Vor ungefähr zwei Jahren sass ich bei meinem Gynäkologen, Chefarzt der Gynäkologie, in einem Endometriosezentrum.

Mit 28 Jahren fragte ich ihn, wie es denn seiner Meinung nach mit mir und der Endometriosebehandlung weitergehen würde.

Wie lautete sein Plan?

Ein Blick zurück

Doch lass uns für einen Moment kurz zurückspulen und rekapitulieren, was in den vergangenen 11 Jahren seit meiner Diagnosestellung passiert war.

Mit 17 Jahren, kurz vor meiner Lehrabschlussprüfung, hatte ich meine erste Bauchspiegelung.

Dabei wurde nicht nur die Diagnose Endometriose gestellt, sondern auch gleich eine erste Sanierung vorgenommen.

Kurz vor dem Eingriff, bei der Vorbesprechung mit einem Assistenzarzt, meinte dieser nur:

„Ich kann Sie beruhigen, das ist bestimmt keine Endometriose. Das ist bestimmt nur eine Schokoladenzyste.“

Wer sich auch nur annähernd mit Endometriose auskennt, weiss, dass das weder beruhigend noch kompetent ist – aber das nur so am Rande.

Darauf folgten weitere drei Operationen.

Bei der Ersten hiess es:

„Unmöglich, dass die Endometriose zurück ist. Sie haben ja die ganze Zeit über Ihre Hormone genommen!“

Die letzte Operation erfolgte sogar gegen den Rat des Chefarztes.

Er wettete mit mir, dass keine Endometriose mehr vorhanden wäre. Ich bestand auf die OP – und hatte Recht.

Bei der letzten OP waren es nicht mehr die unsäglichen Schmerzen, die mich Tag und Nacht verfolgten, sondern heftige „Messerstiche“ in meinen Innereien. Und zwar bei jeder unvorsichtigen, ruckartigen Bewegung.

Während all dieser Jahre probierte ich mich einmal quer durch das Angebot der Pharmaindustrie und versuchte alle möglichen Hormonpräparate:

Von der Mini-Pille über Gestagenstäbchen in der Haut, von der Mirena zur künstlichen Menopause, bis hin zur Visanne.

Aber eines lernte ich schnell:

Die Hormone, die sie mir verpassten, schienen alles nur noch schlimmer zu machen.

Ernüchterung im Sprechzimmer

Zurück ins Sprechzimmer zum Chefarzt.

Denn die Symptome wurden je länger wieder schlimmer und es kamen neue Nebenwirkungen hinzu. Und auch hier galt: Je mehr Zeit verging, desto länger wurde die Liste.

Ich war also neugierig, was er für mich geplant hatte.

„Also – wie sieht der Behandlungsplan für mich aus? Wie wollen Sie vorgehen?“ fragte ich ihn.

„Nun, Sie nehmen die Visanne solange, bis Sie Ihren Kinderwunsch umsetzen möchten. Dann setzen Sie die Hormone ab und werden so rasch wie möglich schwanger. Nach Abschluss der Familienplanung nehmen wir Ihre Gebärmutter raus und das war es dann.“

Wirklich? Das war es dann?!

Dieselbe Leier höre ich bereits seit meinem 17. Lebensjahr. Hat sich in deren Köpfen noch immer nichts geändert?

Ich fragte ihn nach alternativen Behandlungsmöglichkeiten, bioidentischen Hormonen und so weiter.

„Das ist Scharlatanerie! Darauf sollten Sie auf keinen Fall setzen. Da brauchen Sie sich nicht zu wundern, wenn Sie die Pille absetzen und die Endometriose in voller Wucht wieder zurück kommt. Aber dann brauchen Sie nicht weinend bei mir aufzutauchen, wenn Sie dann deswegen gar keine Kinder mehr kriegen können.“

Ich wusste nicht, ob ich weinen oder lachen oder fluchen sollte. Ich war sprachlos.

Genau diese Reaktion hinterlässt so viele Frauen so hilflos zurück, den Ärzten und der Krankheit scheinbar völlig hilflos ausgeliefert.

In all den Jahren, wo ich für mich durch Lebensstilmassnahmen positive Veränderungen erreichen konnte, wurden all meine Hinweise und Bemerkungen mit einem simplen „Ja“ oder „Okay“ abgetan. Quasi kommentarlos.

Für manche ist die Welt nur schwarz oder weiss – sie wissen nicht, dass es so viele Graustufen dazwischen gibt.

Ich verließ die Praxis und fasste einen Entschluss:

Ich würde die restlichen Schmerzen und Nebenwirkungen selber in den Griff kriegen… Mit allem und jedem, der bereit war, mir zu helfen. Ob Scharlatan oder nicht!

Auf eigene Faust zurück ins Leben

In den Jahren davor hatte ich schon einiges über meine Endometriose gelernt und dass es weit mehr Wege gibt, Besserung zu erlangen, als die Schulmedizin in der Regel weiss oder zugeben will.

Ich beschloss also, all mein Wissen und all meine Fähigkeiten umzusetzen und auf eigene Faust gesund zu werden.

Und je mehr ich recherchierte, je mehr ich las und mich schlau machte, desto mehr erfuhr ich, dass es weit mehr gab, was ich tun konnte, um gesünder zu werden, als ich mir jemals hätte vorstellen können.

Alles in allem bin ich bereits seit über sechs Jahren daran, meine Gesundheit mit alternativen Ansätzen zu verbessern.

Heute bin ich an einem Punkt angelangt, an dem ich praktisch schmerzfrei bin, ich ohne künstliche Hormone auskomme, der Grossteil meiner Nebenwirkungen abgeklungen und verschwunden sind und ich das Leben geniessen kann.

Endometriose ist für mich schon seit Langem nicht mehr der Feind, sondern eine alte Vertraute, die mir nach wie vor sehr viel beibringt.

Dank ihr lerne ich sehr viel über mich selbst. Vor allem bringt sie mir bei, wie ich wirklich ich selbst sein kann. Und wie ich auf mich selbst acht gebe.

Auch du kannst das schaffen! Es ist keine Hexerei.

Wichtig ist, dass du verstehst, dass du sehr wohl sehr viel tun kannst, damit es dir besser geht. Du bist der Diagnose Endometriose nicht hilflos ausgeliefert, auch wenn das so manch einer behauptet.

Der Sache auf den Grund gehen

Bevor wir wissen, womit wir Erfolg haben könnten, müssen wir zuallererst einmal verstehen, womit genau wir es eigentlich zu tun haben.

Also – lass uns eintauchen in die Welt der Endometriose:

Ich weiss nicht, wie es dir ergangen ist, als du deine Diagnose erhalten hast – falls du überhaupt eine bekommen hast.

Bei mir war es so, dass mein Gynäkologe mir mit 15 Jahren seinen Verdacht mitgeteilt hat, so im Stil von „ja, Sie haben sicherlich Endometriose. Googeln Sie mal.“

DAS ist wohl das Schlimmste, was ein Arzt tun kann. Nachdem ich mit googeln fertig war – oder eher Google mit mir – war ich in Tränen aufgelöst und überzeugt davon, dass ich in zwei Wochen sterben muss.

Damals gab es noch nicht so viele Infos zur Endometriose wie heute und es wurden natürlich hauptsächlich die ganz ganz schlimmen Fälle veröffentlicht!

Lass uns also der Sache auf den Grund gehen und uns Endometriose einmal genau anschauen:

Was also ist Endometriose?

Man spricht von Endometriose, wenn sich ausserhalb der Gebärmutter ähnliche Zellen im Bauchraum, an den Eierstöcken und / oder an anderen Organen ansiedeln.

Dort zapfen sie ihre eigene Blutversorgung an und sind dem gleichen Zyklus unterworfen, wie die Gebärmutter.

Wie und warum diese gebärmutterähnlichen Zellen dahingelangen, darüber gibt es einige Thesen und Vermutungen – genau weiss man das allerdings noch nicht.

Die Forscher vermuten, dass es mehrere Arten von Endometriose gibt, was erklären würde, warum bei manchen Frauen eine Behandlung mit Hormonen anschlägt und bei anderen wiederum nicht.

Die unterschiedlichen Stadien der Endometriose

Endometriose wird nicht ohne Grund als Chamäleon bezeichnet: Die Erkrankung bringt nicht nur die unterschiedlichsten Symptome mit sich, sondern es gibt auch verschiedene Klassifizierungen, Arten und Wachstumsmuster.

Schauen wir uns zuerst die Wachstumsmuster an. Man unterscheidet folgende:

  • nodulär (knötchenförmig)
  • vesikulär (bläschenförmig)
  • polypös (meist gestielte Ausstülpung der Schleimhaut)
  • plaqueartig (dünner Belag)
  • zystisch (mit Blut gefüllt)
  • infiltrativ (in Gewebe / Organe hinein wachsend)

Meist liegt eine Kombination dieser Wachstumsmuster vor.

An der Farbe der Endometriose lässt sich auch die Aktivitätsstufe ablesen. So gibt es zum Beispiel rote, aktive Herde, die damit beschäftigt sind, eine eigene Blutversorgung aufzubauen.

Das Immunsystem kann diese roten, aktiven Herde in schwarze und schliesslich weisse, inaktive Herde umwandeln.

Diese können dann inaktiv verharren und Winterschlaf halten und erneut aufflammen, wenn eine erneute Hormon-Dysbalance vorliegt – sprich ein Progesteronmangel resp. eine Östrogendominanz.

Dieses Aufflammen passiert oftmals z.B. zu Beginn der Wechseljahre, beim Absetzen von Hormonpräparaten oder in extrem belastenden Phasen.

Formen der Endometriose

Bildquelle: news.northwestern.edu

Endometriose wird weitestgehend so klassifiziert, dass der Grad der Ausbreitung der Herde sowie der Ort ihres Vorkommens berücksichtigt wird.

Endometriosis genitalis interna oder Adenomyose

Hierbei handelt es sich um Endometrioseherde, die innerhalb der Gebärmutter, genauer gesagt in der mittleren Schicht der Gebärmutter oder in der Eileiter-Muskulatur wachsen.

Endometriosis genitalis externa

Endometrioseherde dieser Form breiten sich im kleinen Becken um die Gebärmutter und um diese herum aus. Es ist die häufigste Form der Endometriose und wird in drei Gruppen eingeteilt:

  • ovariell – wenn die Eierstöcke betroffen sind
  • peritoneal – wenn das Bauchfell betroffen ist
  • rektovaginal – wenn der Bereich zwischen Enddarm und Scheide betroffen ist

Endometriosis extragenitalis

Diese Art der Endometriose kann sich entweder in der Nachbarschaft des kleinen Beckens befinden oder aber in entfernteren Körperregionen ansiedeln – zum Beispiel bei der Blase, Darm oder dem Harnleiter. Weiter entfernt aber durchaus möglich sind zum Beispiel das Zwerchfell, der Nabel, die Lunge oder das Gehirn.

Tief infiltrierende Endometriose (TIE)

Die tief infiltrierende Endometriose ist hier im weissen Gewebe ersichtlich. Bildquelle: drseckin.com

Man spricht von tief infiltrierender Endometriose, wenn eines oder mehr Endometrioseknötchen tiefer als 5 mm unter der Oberfläche liegen.

Laut Statistik geht tief infiltrierende Endometriose mit mehr Schmerzen und einer grösseren Wahrscheinlichkeit für Unfruchtbarkeit einher.

Stadien der Endometriose

Gemäss der Endometrioseklassifikation der American Society of Reproductive Medicine werden vier Stadien der Endometriose unterschieden und zwar nach dem Grad der sichtbaren Ausbreitung:

  • I. Minimaler Befall
  • II. Milder Befall
  • III. Mässiger Befall
  • IV. Starker Befall

Hierbei muss aber gesagt werden, dass der Grad oder das Stadium der Endometriose rein gar nichts über die damit einhergehenden Schmerzen, sonstigen Symptome oder über die Fruchtbarkeit aussagt! Es ist lediglich eine optische Einschätzung der Ausbreitung.

Es kann also durchaus sein, dass eine Frau Stadium 4 hat und rein gar nichts von ihrer Endometriose bemerkt, bis sie vielleicht einen Kinderwunsch entwickelt. Eine andere Frau mit Stufe 1 kann hingegen ohnmächtig werden vor Schmerz.

Es sagt nichts über deine Schmerzen, dein Empfinden aus, es ist lediglich interessant, wenn du deinen OP-Bericht zum Beispiel besser verstehen möchtest.

Es ist kein Grund, dass du dich deswegen weniger ernst genommen fühlen solltest.

Mögliche Ursachen der Endometriose

Die genaue Ursache, wie und warum Endometriose entsteht, ist nach wie vor nicht geklärt. Es gibt aber verschiedene Theorien und Vermutungen, die ich dir hier gerne vorstellen möchte.

Die Transplantationstheorie – Die Verschleppung von Zellen

Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte sich diese Theorie. Sie geht davon aus, dass mit dem Blut, das während der Menstruation über die Eileiter zurückläuft (das nennt man retrograde Menstruation), Endozellen in den Bauchraum gelangen können, wo sie sich ansiedeln und anschliessend ihre eigene Blutversorgung aufbauen und von da an den typischen Endometriose-Ärger verursachen.

Normalerweise werden nur abgestorbene Endozellen bei der Menstruation abgelöst.

Forschungen haben aber gezeigt, dass die Krämpfe während der Menstruation bei uns Endometriose-Patientinnen deutlich stärker sein können, als bei gesunden Frauen.

Dadurch können auch lebende Zellen durch die Krämpfe abgelöst und mit der Blutung transportiert werden.

Das Problem mit dieser Theorie ist allerdings, dass es auch Fälle von Endometriose gibt, wo Frauen ohne Gebärmutter auf die Welt kamen (das sogenannte Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom) und trotzdem an Endometriose erkrankten – es gab sogar auch schon Fälle von betroffenen Männern.

Metaplasie – die Umwandlung von Zellen

Die retrograde Menstruation kann Endometriose begünstigen – aber sie kann nicht als alleinige Ursache von Endometriose bestehen.

Eine andere Erklärung bietet die Theorie der Metaplasie.

Diese Theorie geht davon aus, dass embryonale Zellen, die sich zur Gebärmutter ausbilden sollen, auf dem Weg zu ihrem Bestimmungsort quasi verloren gehen.

Diese „verloren gegangenen Zellen“ bilden sich schliesslich im Erwachsenenalter an einer falschen Stelle zu Endometriosezellen um.

Das würde auch die seltenen Fälle erklären, wo eine Frau ohne Gebärmutter sowie Männer überhaupt Endometriose entwickeln konnten.

Genetik und Epigenetik

Bei Endometriose ist auf alle Fälle Genetik ein Faktor.

Es hat sich gezeigt: Frauen, deren Schwestern oder Mütter bereits Endometriose haben, haben ein 7-faches Risiko, ebenfalls daran zu erkranken.

Aber die genetische Disposition ist noch lange keine Garantie dafür, ob eine Frau an Endometriose erkrankt, oder nicht.

Als viel entscheidender hat sich die Epigenetik herausgestellt:

Epigenetik sind Umwelteinflüsse, die dafür sorgen, dass gewisse Gene in uns aktiviert werden – oder eben nicht. Das bedeutet, dass zum Beispiel Umweltgifte eine grosse Rolle spielen, genauso wie unser Lebensstil.

Das hat eindrücklich ein Industrieunfall in Italien gezeigt:

Beim Seveso-Unglück, bei dem Dioxin austrat, untersuchte man Frauen auf Dioxinwerte im Blut und stellte dabei fest, dass Frauen mit erhöhten Werten später häufiger Endometriose entwickelten.

Das heisst, Umweltgifte, die eine hormonähnliche Wirkung haben, stehen im Verdacht, Endometriose zu begünstigen.

Diese nennt man endokrine Disruptoren. Sie befinden sich zum Beispiel in Durfstoffen, Kunststoffen, Pestiziden, Insektiziden, Farben, Lacken, Möbeln, Teppichböden, Kosmetika und vielem mehr.

Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie sowie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sehen es als erwiesen an, dass endokrine Disruptoren unter anderem an der Entstehung von Brust- und Prostatakrebs, Unfruchtbarkeit, Diabetes mellitus, kardiovaskuläre Erkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen sowie neurologischen, neurodegenerativen und psychischen Erkrankungen beim Menschen beteiligt sind.

Quelle: Wikipedia

Viele von ihnen haben eine östrogenähnliche Wirkung und pfuschen uns ordentlich ins Hormonsystem rein.

Und wie du ja vielleicht weisst, ist Endometriose eine östrogenabhängige Krankheit – das heisst, die Endometrioseherde werden durch Östrogen angefeuert, insbesondere dann, wenn eine Östrogendominanz vorherrscht.

Dadurch, dass wir so vielen Umweltgiften und Umwelteinflüssen ausgesetzt sind, haben mittlerweile die meisten Frauen eine Östrogendominanz bzw. einen Progesteronmangel.

Progesteron ist dabei der Gegenspieler von Östrogen.

So beängstigend das auch klingen mag – Umwelteinflüsse können wir zu einem Grossteil beeinflussen.

Und damit sind sie auch Teil der Lösung:

Wir können darauf achten, welchen Einflüssen wir uns aussetzen und achtsam und bewusst auswählen, was z.B. mit unserer Haut in Berührung kommt oder was wir essen und trinken.

Hormondysbalance, Stress und der Link zur Ernährung

Es wird vermutet, dass eine Dominanz an Östrogen die Endometriose zusätzlich anfeuern oder sie sogar auslösen kann.

Weitere Faktoren sind zum Beispiel auch Stress, oxidativer Stress und damit verbunden freie Radikale.

Und genau hier kommt der Link zur Ernährung.

Du fragst dich jetzt bestimmt, was Ernährung mit Hormondysbalance und Stress zu tun hat, richtig? Keine Sorge, darauf kommen wir gleich.

Alles ist kurz gesagt auf zwei Hormone zurückzuführen: Insulin und Cortisol.

Kennst du das Gefühl, wenn du viele Kohlenhydrate gegessen hast – zum Beispiel einen Teller Nudeln oder ein paar Scheiben Brot mit Marmelade oder etwas Süsses – und du dann kurz darauf total müde wirst, oder zittrig oder sogar etwas angepisst?

Das sind alles Anzeichen eines Unterzuckers.

Der Kreislauf der Blutzuckerachterbahn von Julia Tulipan. Bildquelle: www.paleolowcarb.de

Wenn du viele Kohlenhydrate isst, rauscht dein Blutzuckerspiegel nach oben.

Unser Blutzuckerspiegel wird von unserem Körper allerdings streng kontrolliert, denn ist er zu hoch oder zu niedrig, ist das jeweils gefährlich für unseren Körper.

Deshalb schüttet unser Körper Insulin aus, das dafür sorgt, dass der Blutzucker wieder normalisiert wird.

Je rascher allerdings unser Blutzucker ansteigt, desto schneller fällt er wieder runter. Und genau das ist es, was wir Unterzucker nennen.

Das ist jedoch lebensbedrohlich für uns und bedeutet grossen Stress.

Cortisol ist unser Stresshormon – und das wird ausgeschüttet, sobald wir uns in den Unterzuckerungsbereich begeben, oder wie oben angezeigt, einen Blutzucker-Crash haben.

Cortisol wird aber auch jedes Mal ausgeschüttet, wenn unser Insulin sehr hoch ist.

Cortisol konkurriert jedoch mit Progesteron um dieselben Rezeptoren – und da Cortisol unser Stresshormon ist und damit wichtig ist für unser Überleben, gewinnt Cortisol immer das Rennen.

Das bedeutet, das Progesteron wird herunter gefahren und damit riskieren wir einen Progesteronmangel, was wiederum eine Östrogendominanz hervorruft.

Du erinnerst dich – Progesteron ist der Gegenspieler von Östrogen.

Auch Schlafmangel hat übrigens eine erhöhte Cortisolausschüttung zur Folge.

Generell wenn wir einen ungesunden Lebensstil weit weg von unserer natürlichen Umgebung führen, verursacht uns das jede Menge Stress.

Was Ernährung alles bewirken kann

Das bedeutet für dich:

Eine Ernährung, die deinen Blutzucker und deinen Insulinspiegel konstant hält, reduziert das Cortisol (und damit Stress) und hilft dir dabei, deine Hormone wieder in Balance zu bringen.

Durch eine kohlenhydratreiche, vor allem aber zuckerreiche Ernährung entstehen viele freie Radikale, welche die Mitochondrien schädigen können.

Dadurch entsteht oxidativer Stress, die Zellen sind mit Reparaturarbeiten beschäftigt und können nur noch begrenzt Energie bereitstellen.

Das erklärt auch zumindest zum Teil die enorme Erschöpfung, mit der viele Betroffene von Endometriose zu kämpfen haben. Auch hier kannst du mit der richtigen Ernährung entgegenwirken!

Die Ernährung hilft dir auch dabei, deinen Darm und sämtliche Verdauungsorgane fit zu halten. Dein Darm ist die Grundlage deines Immunsystems – und wie du vielleicht aus eigener Erfahrung gemerkt hast, ist das Immunsystem bei den meisten Endometriose-Betroffenen stark geschwächt.

Deshalb ist es wichtig, dass der Darm fit wird und bleibt!

Durch die richtige Ernährung und die Verminderung von Umweltgiften unterstützt du auch deine Leber.

Denn sie hat die wichtige Aufgabe, den Körper zu entgiften.

Sie hilft auch dabei, überschüssiges Östrogen aus deinem Körper zu schaffen. Das kann sie aber nur, wenn sie nicht permanent mit anderen Giften und Abfallprodukten zugemüllt wird.

Übrigens: Alle Medikamente, künstlichen Hormone und Schmerzmittel insbesondere, ziehen nicht nur die Darmgesundheit in Mitleidenschaft, sondern belasten auch deine Leber stark!

All dem liegt ein Faktor zugrunde… Entzündung

Ich habe dir jetzt einige, aber noch längst nicht alle Faktoren genannt, die zur Entstehung von Endometriose beitragen können.

Um nochmal zu rekapitulieren – dazu gehören:

  • Genetik
  • Epigenetik (also sämtliche Umwelteinflüsse und unser gesamter Lebensstil)
  • Hormondysbalancen (also eine Östrogendominanz bzw. ein Progesteronmangel)
  • Stress (egal ob von aussen, emotional, aufgrund der Blutzucker-Achterbahn, aufgrund von Schlafmangel oder innerhalb der Zelle)
  • Umweltgifte
  • ein angeschlagenes Immunsystem (und damit ein in Mitleidenschaft gezogener Darm)

All diesen Faktoren liegt eine Ursache zugrunde:

Entzündung.

Entzündung sorgt dafür, dass in unserem Körper ein Milieu entsteht, bei dem sich Zellen umwandeln und entarten, Mitochondrien geschädigt werden und nicht mehr richtig funktionieren können.

Sie sorgt dafür, dass unser Hormonhaushalt entgleist, dass unser Immunsystem verrückt spielt, dass Gene aktiviert werden, die eigentlich nicht aktiviert sein sollten.

Entzündung sorgt dafür, dass sich Endometrioseherde bilden, dass sie sich vermehren und allem voran sorgt sie für die starken Schmerzen und die vielen, vielen Symptome, die Endometriose mit sich bringt.

Was wir angehen sollten, ist also eigentlich nicht die Endometriose an sich, sondern die chronische Entzündung in unserem Körper.

Das bestätigte auch Dr. Tamer Seckin, Gründer der Endometriosis Foundation of America, am diesjährigen EndoFound 2019:

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Mehr Informationen

Und hierfür können wir jede Menge tun. Wir können …

  1. … eine antientzündliche, entstressende Ernährung in unserem Leben etablieren
  2. … unsere Darmgesundheit mit gezielten Massnahmen unterstützen und damit auch unser Immunsystem und unsere Energie wieder aufpäppeln
  3. … uns um eine qualitativ und quantitativ gute Schlafqualität kümmern
  4. … unser Leben entstressen, indem wir unsere Lebensumstände überdenken
  5. … unser Leben entstressen, indem wir alte Glaubenssätze loslassen und Denkmuster erneuern
  6. … Umweltgifte reduzieren, indem wir achtsamer einkaufen – zum Beispiel Kosmetika, Putzmittel, Plastik reduzieren u.v.m.
  7. … uns mit Nahrungsergänzungsmitteln unterstützen, um den Prozess zu beschleunigen

Ich hoffe sehr, dass dir diese Liste Mut macht. Denn wir sind unserer Erkrankung nicht hilflos ausgeliefert, sie ist auch nicht unser Feind.

Wir können sehr viel dazu beitragen, dass unsere Schmerzen weniger werden, dass unsere Lebensqualität wieder steigt und unser Wohlbefinden von Tag zu Tag mehr wird.

Pass auf dich auf und alles Liebe,

Deine Romina

Hier findest du eine gekürzte Version als Podcast-Episode:


Wenn du Unterstützung brauchst für die Umsetzung dieser 7 Schritte, dann empfehle ich dir von ganzem Herzen mein Gruppen-Coaching.

Ich begleite dich gerne innerhalb einer kleinen Gruppe von Frauen, so dass du Schritt für Schritt mehr Wohlbefinden und Lebensqualität zurück gewinnst.

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